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Info-Abende mit Bewohner:innen

Posted on 19. Dezember 202523. Januar 2026 by Jens

Austausch, Aufklärung und viele Fragen

Im Rahmen des Projekts FluccoSan fanden im November 2025 zwei Info-Abende mit Bewohner:innen zweier Mehrparteienhäuser in Wien statt – eines in der Gersthofer Straße, das andere in der Pantzergasse. Ziel war es, direkt mit den Menschen vor Ort in den Dialog zu treten, Fragen zu beantworten und ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, welche Motivationen, Bedenken und Informationsbedarfe es im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen gibt.

Pantzergasse: Der Wunsch nach Unabhängigkeit

In der Pantzergasse zeigten sich die Teilnehmer:innen motiviert, möglichst bald aus dem Gas auszusteigen – nicht zuletzt wegen des geplanten Auslaufens von Gaslieferungen bis 2040. Sie wünschen sich Planungssicherheit und Unabhängigkeit von schwankenden (Gas-)Preisen. Gleichzeitig wurde betont, dass kaum Informationen zu verfügbaren Alternativen vorhanden sind. Es fehle an neutraler Beratung und realistischer Einschätzung der Kosten.

Die Diskussion drehte sich intensiv um zentrale vs. dezentrale Heizsysteme, Wärmepumpenarten und die möglichen Eingriffe in das Gebäude. Eine zentrale Wärmepumpe wurde aufgrund von Platzbedarf und Zustimmungspflichten skeptisch gesehen. Dezentrale Systeme gelten als praktikabler – u. a., weil jede Wohneinheit separat entscheiden kann.

Einige der gestellten Fragen:

  • Was passiert bei Stromausfall – funktioniert die Wärmepumpe dann noch?
  • Welche Genehmigungen braucht man bei Erdsonden? Wer kümmert sich darum?
  • Wie funktioniert das mit PV-Strom, wenn sich nicht alle beteiligen?
  • Wie groß ist der Platzbedarf für Technikräume?
  • Welche Maßnahmen benötigen 100 % Zustimmung – welche nicht?

Vom Konsortium werden nun verschiedene technische Sanierungskonzepte ausgearbeitet. Dazu zählen unter anderem Varianten für den Einsatz von Wärmepumpen, sowohl mit Grundwasser- als auch mit Geothermie-Nutzung. Parallel dazu werden dezentrale und zentrale Lösungen konzipiert und verglichen.

Auch der Einsatz von Gebläseelementen zur Unterstützung bestehender Heizkörper wird geprüft, um bestehende Infrastrukturen möglichst effizient weiterverwenden zu können. Ergänzend werden für alle vorgeschlagenen Maßnahmen detailliertere Kostenabschätzungen erstellt, um eine fundierte Entscheidungsbasis für die nächsten Projektschritte zu schaffen.

Gersthofer Straße: Sanierungswunsch trifft auf Skepsis

Beim Treffen in der Gersthofer Straße wurde deutlich, dass grundsätzliche Sanierungsbereitschaft vorhanden ist. Die Hauptgründe: hohe Heizkosten, der geplante Ausstieg aus Gas sowie der Wunsch nach mehr Wohnkomfort – besonders im Sommer. Auch die Nutzung vorhandener Rücklagen wurde als sinnvoller Anlass für Sanierungsschritte genannt.

Gleichzeitig traten einige Fragen zu möglichen Maßnahmen auf. Einige Bewohner:innen berichteten von zurückliegenden Anläufen zur Sanierung, die nie umgesetzt wurden. Das Vertrauen in die Umsetzungsfähigkeit – etwa durch die Hausverwaltung – ist daher begrenzt. Auch die altersgemischte Bewohnerstruktur wirkt hemmend: Jüngere wollen investieren, Ältere sind zögerlicher. Weitere Unsicherheiten betreffen technische Details, Wirtschaftlichkeit und die Vielzahl an möglichen Systemlösungen.

Typische Fragen waren u.a.:

  • Was ist der Unterschied zwischen Erd-, Luft- und Wasser-Wärmepumpe?
  • Wie laut sind diese Systeme? Können sie auch kühlen?
  • Was bedeutet dezentrale Lösung – und wie viel Platz braucht man dafür?
  • Was bringt eine PV-Anlage wirklich? Kann sie den Strombedarf decken?
  • Welche Maßnahmen sind mit der bestehenden Rücklage umsetzbar?

Der Abend zeigte deutlich: Interesse und Offenheit sind vorhanden, jedoch braucht es klare, verständliche und unabhängige Informationen, um Entscheidungsprozesse zu unterstützen.

Nach dem Austausch mit den Bewohner:innen stehen nun konkrete nächste Schritte für die Projektpartner an. Als nächstes erfolgt eine Gebäudebegehung, um fundierte, standortspezifische Sanierungsvorschläge zu entwickeln. Darauf basierend werden angepasste Maßnahmen ausgearbeitet. In einem weiteren Infoabend sollen diese gemeinsam mit konkreten Kostenabschätzungen präsentiert werden. Die Offenheit der Bewohner:innen für eine engere Begleitung zeigt, dass Interesse und Beteiligungsbereitschaft vorhanden sind.

Hohe Heizkosten, der Wunsch nach Ausstieg aus Gas, mehr Komfort und die Nutzung der Rücklagen treiben das Interesse. Gleichzeitig bestehen Zweifel an der Umsetzung, geprägt durch frühere negative Erfahrungen mit der Hausverwaltung. Auch gemischte Interessenlagen und Wissenslücken zu Wirtschaftlichkeit und Technik bremsen Entscheidungen. Deutlich wurde der Wunsch nach klaren, unabhängigen Vorschlägen mit nachvollziehbaren Kosten-Nutzen-Einschätzungen,

Fazit & Ausblick für das Projekt

Beide Info-Abende haben gezeigt:

  • Das Thema Sanierung ist bei den Bewohner:innen präsent und relevant.
  • Es gibt große Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen – wenn die Informationen stimmen und nachvollziehbar sind.
  • Besonders gefragt sind realistische Konzepte, konkrete Kostenabschätzungen und ein klares Bild davon, was technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist.
  • Das Thema soziale Verträglichkeit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle – sei es bei der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft, der Rolle von Mieter:innen oder der finanziellen Belastung.

Für das Projektkonsortium bedeutet das: Die inhaltliche Aufbereitung technischer Optionen muss nicht nur präzise, sondern auch verständlich und nachvollziehbar erfolgen. Die Erkenntnisse aus den Info-Abenden fließen nun direkt in die Konzepterstellung für individuelle Sanierungslösungen ein.

Ziel bleibt, gemeinsam mit den Bewohner:innen praktikable, effiziente und akzeptierte Sanierungsmaßnahmen zu entwickeln – für mehr Komfort, Klimaschutz und Versorgungssicherheit im Bestand.


Laufzeit von 09.2024

Laufzeit in Monaten: 36


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